Es geht wieder endlich los: Die Nike Wrestling Ringerliga startet am Samstagabend wieder in ihre bereits dritte Saison. Zum Auftakt gibt es gleich einige Kracher, wenn Zweitliga-Absteiger SV Johannis Nürnberg in der heimischen Avia-Arena auf den SC Oberölsbach trifft. Oder der letztjährige Vizemeister TSV Westendorf, der bei der Premiere gleich beim TSV Burgebrach antreten muss. Der SC Anger erwartet zum Start der neuen Runde den TV Geiselhöring, während der amtierende Meister SV Siegfried Hallbergmoos beim ASV Hof antritt.
Der SC Oberölsbach hat für die neue Runde mächtig aufgerüstet, darunter einige ausländische Verpflichtungen aus Armenien, Ungarn und Kasachstan, sowie drei Sportler aus anderen deutschen Landesverbänden. Mit Marco Dürmeier und Erkan Celik ringen sogar ehemalige Grizzlys nun für den SCO. „Oberölsbach als Team ist eigentlich kaum auszurechnen“, sagt Grizzly-Cheftrainer Matthias Baumeister und verweist dabei auf den äußerst breiten Kader. „Sie gehören für mich zu den Favoriten auf eine Topplatzierung.“
Die Grizzlys rangen in der vergangenen Saison noch in der Zweiten Bundesliga. Zweifelsohne gehören sie als Absteiger damit auch zum engeren Favoritenkreis in der höchsten bayerischen Liga. Anders als noch in der Vorsaison ist nur noch ein Einsatz von zwei sogenannten „Legionären“ im Ligenbetrieb des Bayerischen Ringer-Verbandes erlaubt. „Bei uns stellt sich dann natürlich die Frage, wen wir am Wochenende auf die Matte schicken werden“, so Baumeister. Denn mit den Sieggaranten Zoltan und Tamas Levai sowie Vitalie Eriomenco und Enes Acarer haben die Grizzlys jedoch bei der Aufstellung die Qual der Wahl. „Vor allem freuen wir uns auf den Saisonstart. Die Jungs sind gut vorbereitet und fiebern dem ersten Kampf bereits entgegen.“
Nachdem der Deutsche Ringer-Bund alle verbliebenen Mannschaften aus der Ersten und Zweiten Bundesliga in einen Topf geworfen und daraus eine eingleisige Eliteliga gemacht hat, gehört folglich die Regionalliga in Bayern damit zur zweitstärksten Liga in Deutschland. „Das Niveau ist definitiv gestiegen. Unsere Gegner haben sich massiv verstärkt“, betont Klaus Prestele, der nach seinem Ausscheiden aus der Abteilungsleitung des TSV Westendorf weiterhin das Trainerteam beratend unterstützt. Nicht mehr dabei ist der SC Isaria Unterföhring, der den bitteren Gang als Absteiger in die Oberliga gehen musste. „Wir haben zweimal gegen sie in der vergangenen Saison gewonnen“, betont Abteilungsleiter Thomas Stechele und verweist im gleichen Atemzug auf die Nürnberger, die trotz des Wegfalls einiger ihrer ausländischen Kräfte eine gewichtige Rolle um den Titel spielen werden. „Wir müssen schauen, dass wir auch mithalten können“, ergänzt Stechele. Laut Cheftrainer Matthias Einsle sei seine Mannschaft im Gegensatz zur Vorsaison einen Tick schwächer aufgestellt. „Es wird zweifelsohne spannend und in keiner Weise einfach für uns.“ Verletzungssorgen und unvorhersehbare Ausfälle können die Tabellensituation schnell ändern. „Ich denke, dass wir auch zufrieden sein müssen, wenn es einmal nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen“, sagt Thomas Stechele, der dem Saisonstart entgegenfiebert.
Mit Spannung wird definitiv der Auftritt von Ion Demian erwartet. Der Moldawier geht im Limit bis 98 und 130 Kilo im Freistil auf die Matte. Er füllt gerade in diesen beiden Gewichtsklassen eine große Lücke. Auch wenn mit Bohdan Kabyn, Avgustin Spasov und Georgi Ivanov drei weitere Hochkaräter zur Verfügung stehen, kann Westendorf so oder so nur zwei ausländische Verstärkungen pro Kampf einsetzen. „Unsere eigenen Ringer werden immer im Fokus stehen“, macht Cheftrainer Einsle unmissverständlich deutlich. Gerade sie sind es doch, die bei Heimkämpfen die grandiose Atmosphäre in der Sparkassen-Arena im Bürgerhaus Alpenblick aufsaugen und dadurch einige Prozente mehr auf die Matte bringen. Spätestens ab dem ersten Heimkampf wird die Halle wieder beben.
Groß ist auch die Vorfreude auf die neue Wettkampfzeit beim TSV Burgebrach. Für die Oberfranken ist es „die stärkste Regionalliga seit Jahren“ und setzt allerdings weiter auf Entwicklung und junge Talente. Otis Genth (KSV Bamberg), Yunier Castillo (SpVgg Freising) und Ion Demian (TSV Westendorf) haben den TSV den Rücken zugekehrt. Doch die Burgebracher waren nicht untätig und konnten drei vielversprechende Neuzugänge verpflichten: Darius Tai Lippkau kommt vom SC Isaria Unterföhring. Darüber hinaus verstärken die beiden Ungarn Csaba Bodi und Zeteny Gangl das Team. „Wir setzen auf junge Athleten, die sich bei uns entwickeln können und wollen. Uns ist bewusst, dass mit dieser Personalstrategie eine schwierige Saison vor uns liegt. Dennoch sind wir überzeugt, dass dies langfristig der richtige Weg für den Verein ist“, sagt dazu Abteilungsleiter Jens Bayer.
Der SC Anger geht nach dem siebten Platz im Vorjahr heuer tendenziell zumeist nicht als Favorit auf die Matte. Entsprechend ist auch erneut der Klassenerhalt das primäre Ziel der Saison, während sekundär die fortlaufende Akklimatisation der vielversprechenden Nachwuchsringer an das Niveau der Regionalliga verfolgt wird. Während der Kader der Ersten Mannschaft damit im Wesentlichen unverändert bleibt, verzeichnen die Angerer Ringer mit Radovan Valach einen Neuzugang auf der Trainerbank, der allerdings bereits Ende 2025 seine Tätigkeit aufnahm. Der Österreicher, der dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feierte, stammt ursprünglich aus Trencin im Westen der Slowakei und vertrat als aktiver Ringer zuerst sein Heimatland, ehe er Anfang der Nullerjahre in den österreichischen Verband wechselte. Mit Radovan Valach konnten die Angerer Ringer insgesamt einen ausgewiesenen Freistil-Spezialisten für sich gewinnen, der die Fähigkeiten der etablierten Trainer Zoltan Kovacs und Bernhard Mayr hervorragend ergänzt. Ebenfalls neu mit im Trainerteam der Erwachsenen ist Stefan Koch, der von den Schülern aufrückt und Bernhard Koch ersetzt, welcher wiederum nun zusammen mit Christian Klouceck und Josef Hinterreiter Teil der Sportlichen Leitung ist.
Wie interessant das Aufeinandertreffen zwischen dem ASV Hof und Vorjahresmeister SV Siegfried Hallbergmoos werden kann, zeigte bereits die vergangene Saison. Beim Saisonauftakt 2025 sahen rund 500 Zuschauer in der Hofer Jahnhalle einen packenden Mannschaftskampf, den Hallbergmoos am Ende nur knapp mit 13:11 für sich entscheiden konnte. Auch beim Rückkampf in Hallbergmoos hielten die Hofer auf der Matte gut dagegen. Die 11:19-Niederlage fiel am Ende deutlicher aus, als es der sportliche Verlauf vermuten ließ. Für Spannung ist bei der Neuauflage zum Saisonstart also gesorgt. „Mit Hallbergmoos bekommen wir gleich zum Saisonauftakt den Meister des vergangenen Jahres. Wir wissen aus den beiden Kämpfen der letzten Saison, welche Qualität diese Mannschaft hat. Aber wir haben auch gesehen, dass wir mithalten können. Vor eigenem Publikum wollen wir Hallbergmoos wieder einen großen Kampf liefern“, so ASV-Coach Fabian Rudert.
Der ASV Hof kann in der neuen Saison auf einen großen Kader zurückgreifen. Eine besondere Personalie ist die Rückkehr von Enes Akbulut. Der beim ASV ausgebildete Hofer kehrte nach zehn Jahren in der Bundesliga zu seinem Heimatverein zurück. Mit seiner Erfahrung auf höchstem nationalen Niveau erweitert er die Möglichkeiten im Regionalliga-Kader erheblich.
Neu im Hofer Team ist der tschechische Juniorenringer Kuba Sedlak. Er kommt vom gleichen Verein wie Jiri Koran, der auch in der neuen Saison wieder für den ASV Hof an Bord ist. Mit Lukas Mateuzs Wolny verstärkt ein weiterer Neuzugang die Hofer in der Gewichtsklasse bis 86 Kilo. Ebenfalls neu beim ASV ist Abubakar-Siddyk Aslambekov. Er war in der vergangenen Saison in der Landesliga Nord im Einsatz und überzeugte dort mit sehr guten Ergebnissen. Auch er erweitert in der neuen Saison die Möglichkeiten im Hofer Kader.